Unterrichtsprinzipien

Die Gestaltung des Unterrichts richtet sich stets nach den Bedürfnissen der Lerngruppe und ihrer einzelnen Mitglieder. Dennoch lassen sich grundlegende Prinzipien beschreiben, die durchweg berücksichtigt werden:

Ganzheitlichkeit
Ganzheitliche Förderung

Für Schüler mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung ist es besonders wichtig, dass ihnen Themen mit hohem Lebensweltbezug angeboten werden. Damit sie sich intensiv mit einem Thema auseinandersetzen können, brauchen sie Zeit und anschaulichen, ganzheitlichen Unterricht.
An der Schule am Bienhorntal legt das jeweilige Lehrkräfteteam pro Schulhalbjahr ein Rahmenthema fest, welches für die Schüler der Klasse bedeutsam ist.
Die folgende Auflistung zeigt beispielhaft, wie das Thema "Die kleine Raupe Nimmersatt" in einer Unterstufenklasse umgesetzt werden kann. Die Gliederung erfolgt nach Aktivitätsbereichen, die der Lehrplan vorgibt.

Ästhetik: Lieder hören und singen, Raupen und Schmetterlinge basteln.

Haushalt: Obst kennenlernen und verarbeiten.

Ich und Andere: Theaterstück vor Eltern und/oder Schulgemeinschaft vorführen.

Kommunikation: Wortschatzarbeit, Bilderlesen, Früchte und Wochentage als Ganzwort erfassen, Anlaute kennenlernen.

Wahrnehmung und Bewegung: Spiele zur Bewegungsförderung zu den Themen "Raupe" und "Schmetterling".

Welterschließung - Natur: Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling an lebenden Tieren beobachten.

Welterschließung - Mathematik: Farben und Formen unterscheiden und benennen, Wochentage üben.

Differenzierung
Individuelle Förderung

Die Lernausgangslage unserer Schüler ist sehr verschieden. Damit jeder so gefördert werden kann, dass er sich gemäß seinen Fähigkeiten weiterentwickelt, ist ein differenziertes Unterrichtsangebot nötig. Aufgabe der Lehrkräfte ist es, den Unterrichtsgegenstand in Form individualisierter Materialien anzubieten (innere Differenzierung) bzw. Kleingruppen zu bilden, die räumlich voneinander getrennt lernen (äußere Differenzierung).

Kommunikation
Sprach-, Sprech- und Kommunikationsförderung/ Unterstützte Kommunikation

Jeder Mensch möchte in Kontakt mit anderen Menschen treten – er möchte kommunizieren. Da viele unserer Schüler in ihren kommunikativen Fähigkeiten eingeschränkt sind, legen wir besonderen Wert auf eine durchgehende Sprach-, Sprech- und Kommunikationsförderung. Die Förderangebote sind je nach Bedarf des Schülers sehr unterschiedlich. So kann es um eine Kommunikationsanbahnung über Blickkontakt oder einen Handlungsdialog gehen, genauso wie um die Förderung kognitiver Leistungen wie Symbolverständnis oder Objektpermanenz. Mit Schülern, die über Lautsprache verfügen, wird an ihrer Aussprache gearbeitet, werden Übungen zur Wortschatzerweiterung gemacht sowie das Sprechen in Mehrwortsätzen bzw. in grammatikalisch richtigen Sätzen geübt.

Schülern, die nicht über Lautsprache verfügen oder die ihre Sprache nicht durchweg nutzen können, werden Kommunikationshilfen aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation angeboten.

Körpereigene Kommunikationsformen/ Nichtelektronische Kommunikationshilfen

Allen Schülern kommt es zu Gute, dass wir an unserer Schule klassenübergreifend dieselben Symbole (METACOM) und Gebärden (GuK, Schau doch meine Hände an) nutzen.

Elektronische Kommunikationshilfen

Damit komplexere elektronische Kommunikationshilfen genau zu ihrem Nutzer passen, lassen sich die Lehrkräfte von unseren kooperierenden Logopädinnen beraten oder nehmen im Bedarfsfall Kontakt zur BUK (Beratungsstelle Unterstützte Kommunikation) in Neuwied auf.

Arbeitsgruppe UK:

Alle unsere Schüler profitieren davon, wenn wir Medien aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation in den Unterrichts- und Schulalltag integrieren. Daher hat sich an der Schule am Bienhorntal eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich in regelmäßigen Treffen austauscht, neue Materialien entwickelt und darüber hinaus über die Kommunikationsförderung einzelner Schüler spricht.

Strukturierung/ TEACCH
Struktur

Ein geregelter Tagesablauf und ein klar strukturiertes Umfeld geben unseren Schülern Sicherheit, erleichtern ihnen die Orientierung in Raum und Zeit und ermöglichen es ihnen, selbstständig zu handeln.
Der Schultag beginnt in jeder Klasse mit der Besprechung des Stundenplans. Ein Ritual, das die Schüler durch ihre gesamte Schulzeit begleitet. Der Stundenplan wird in allen Klassen mit denselben Symbolen (METACOM) erstellt. Jeder Schultag unterliegt einem Rhythmus aus Arbeits- und Pausenzeiten: Montag bis Donnerstag finden drei, freitags zwei Unterrichtsblöcke von je etwa zwei Stunden statt. Zwischen den Einheiten nehmen die Schüler Frühstück und Mittagessen im Klassenverband ein und verbringen Pausen mit der Schulgemeinschaft auf dem Hof.

Tagesablauf

Der Schultag beginnt in jeder Klasse mit der Besprechung des Stundenplans. Ein Ritual, das die Schüler durch ihre gesamte Schulzeit begleitet. Der Stundenplan wird in allen Klassen mit denselben Symbolen (METACOM) erstellt. Jeder Schultag unterliegt einem Rhythmus aus Arbeits- und Pausenzeiten: Montag bis Donnerstag finden drei, freitags zwei Unterrichtsblöcke von je etwa zwei Stunden statt. Zwischen den Einheiten nehmen die Schüler Frühstück und Mittagessen im Klassenverband ein und verbringen Pausen mit der Schulgemeinschaft auf dem Hof.

Orientierung

Wir möchten unseren Schülern ein Umfeld bieten, in dem sie sich möglichst selbstständig orientieren und bewegen können. Daher sind die Räume im gesamten Schulgebäude mit Symbolen beschildert, die sich auch im Stundenplan wiederfinden.

TEACCH

Einige unserer Schüler, vor allem jene im Autismus Spektrum, benötigen ein besonders hohes Maß an strukturierenden Hilfen. Für sie werden Einzelarbeitsplätze eingerichtet, die nach dem Förderkonzept TEACCH konzipiert sind und es werden besonders stark strukturierte Arbeitsmaterialien erstellt. So ist es ihnen möglich, weitestgehend eigenständig zu handeln.

Arbeitsgruppe Autismus

An unserer Schule haben sich jene Lehrkräfte zu einer Arbeitsgruppe zusammengefunden, die Schüler im Autismus Spektrum unterrichten. Da diese Schüler besondere Hilfen benötigen, die genau ihren Bedürfnissen entsprechen, ist ein kollegialer Austausch hierüber sehr sinnvoll und zielführend. So wird gemeinsam überlegt, wie die Bedingungen für einzelne Schüler in Bezug auf Umfeldgestaltung, Lehrerhandeln und Arbeitsmaterialien angepasst werden können.

Mediennutzung
Neue Medien

Computer, Smartphone, Tablet – Geräte, die heute selbstverständlich zu unserem Alltag gehören. Unsere Schüler sollen lernen, neue Medien zielgerichtet zu nutzen: zum Schreiben einer Bewerbung, zur Informationsgewinnung oder zur Freizeitgestaltung. Genauso, wie sie Chancen und Nutzen kennenlernen sollen, sollen sie lernen, wie sie sich vor möglichen Gefahren schützen können.
Unsere Schule verfügt über zahlreiche Notebooks und Tablets, so dass die Schüler praxisnah an je einem Gerät lernen können. Einige unserer Klassen sind darüber hinaus mit interaktivem Smartboard ausgestattet, das im Unterricht vielfältig eingesetzt wird.